Die Schwitzhüttenzeremonie ist ein kraftvolles Ritual zur Reinigung und zur Wiederverbindung, zur Erinnerung an Deinen Seelenkern.
In der Dunkelheit der Schwitzhütte ist es leicht, sich auf das Wesentliche zu besinnen und der eigenen inneren Stimme zu lauschen. Hier hören Raum und Zeit auf zu existieren. Das ermöglicht dir, aus einer neuen Perspektive auf Dein Leben zu schauen, Glaubenssätze, Konditionierungen, Lebensmuster zu erkennen und sie, wenn das nötig ist, zu verändern. Es besteht die Möglichkeit, neue Impulse für Kraft und Klarheit in Deinem Leben zu setzen.
Unverfälscht, ehrlich, direkt begegnest Du in der Schwitzhütte Deinen Stärken, Deinen Schätzen, aber auch Deinen Schattenaspekten. Die Schattenseiten zu sehen und sie damit aus ihrer Schattenexistenz zu holen, sie liebevoll anzunehmen, ist der erste Schritt zu einer Veränderung und ein unverzichtbarer Schritt auf dem Weg in die eigenen vollen Potentiale hinein zu leben.
Heute ist der Alltag oft so ausgefüllt, dass wenig Platz für Spiritualität bleibt. Was aber in uns weiter wohnt ist die Gewissheit, dass es mehr geben muss als ein arbeitsreiches Konsumleben und die Sehnsucht nach tiefer wahrhaftiger Verbundenheit. So suchen wir unermüdlich und weiterhin nach unseren spirituellen Wurzeln. Dabei bedienen wir uns vieler fremder Kulturen und Praktiken. Seien es Yoga, die Buddhistischen Lehren, die schamanischen Wege.... und viele anderen …. wir finden für eine gewisse Zeit etwas Halt in diesen Lehren und ganz langsam, allmählich entwickeln wir dabei wieder ein Gespür dafür, wie sich unsere eigene Verbundenheit mit unseren eigenen Wurzeln anfühlt.
Auch das Ritual der Schwitzhütte wurde uns aus einer anderen Kultur überlassen, um wieder Verbindung mit unseren eigenen Wurzeln aufzunehmen, sie zu nähren, zu pflegen, sie wieder zu beleben und neu zu kreieren. Archie Fire Lame Deer, ein Medizinmann der Lakota (1935 - 2001), der die heiligen Rituale nach Europa brachte sagte: „Nutzt diese heiligen Rituale und findet eure eigenen Wurzeln.“ In diesem Sinne achte und ehre ich das heilige Ritual der Schwitzhütte und verstehe mich als Forscherin unserer heimischen spirituellen Wurzeln.
In meinen Schwitzhütten folge ich dem Weg des Herzens. Ich lausche auf meine Intuition und folge dem, was die Spirits mir in jedem Moment mitteilen. Wir nennen das auch „hohler Knochen sein“ - ein Kanal sein für Energie und das Mysterium. Jedes Ritual ist einzigartig und ich bin immer wieder auf ein Neues erstaunt, welche Magie sich in der Schwitzhütte entfaltet.
1997 war ich das erste Mal in einer Schwitzhütte – seither nährt mich das tiefe, ehrliche Erleben des Rituals immer wieder neu. Die meisten meiner Lehrer und Lehrerinnen sind in der Tradition der Lakota zuhause, eine Lehrerin ist viele Jahre mit Sun Bear gereist. Meine Schwitzhütten basieren auf der Tradition der Lakota. Doch so ganz allmählich weben sich heimische Elemente in das Ritual mit ein.
Das Erleben einer Teilnehmerin:
... Wir stehen im Kreis um die noch kalte Feuerstelle. Der heilige Raum wird geöffnet. Der Feuerhüter hat eine Art Altar aus Holz gebaut. Jeder der Anwesenden nimmt einen Stein. Verbunden mit der Erde und der Schöpfung hält er diesen an sein Herz und gibt Auftrag wie Bedeutung in den Stein. Ich höre das Gemurmel der anderen. Heilung sagt eine Frau neben mir, der Wunsch nach Verbindung zu den Ahnen, Dank für das Holz, Liebe, Hingabe …. mit einem Segen werden die Steine auf den Altar gelegt, mit Tabak werden sie und das Holz gesegnet. Dann verschwinden die Steine unter einer weiteren Holzschicht und das Feuer wird entzündet. ... es ist ein berührender Moment, die Flammen empor steigen zu sehen, dem Knistern zu lauschen, den Geist ruhig werden zu lassen. Es ist Seelenzeit. Auch ist jetzt die Zeit um zu Ruhen oder Tabacco Ties zu beten. Tabacco Ties sind kleine Beutelchen die im Gebet entstehen und zur Unterstützung mit in die Hütte genommen werden können. Einige Zeit darauf sitzen wir in der kleinen mit Decken abgedeckten Hütte aus Haselruten in einem Kreis. Unsere Körper sind mit der Erde verbunden. Der Feuerhüter bringt glühende Steine, die er in eine Grube in der Mitte der Hütte legt. Dann schließt sich die Türe. Es ist vollkommen dunkel, nur ein leichter Schein der glühenden Steine erinnert an den Lavafluss, der die Erde geformt hat. Es riecht nach Erde, nach Stein, nach Kräutern welche zur Begrüßung der Steine - die auch Großväter genannt werden - auf sie gegeben wurden. Die Kräfte werden gerufen. Ich spüre wie der Raum um mich herum unendlich weit wird. Gesang und Gebete verbinden mich mit einer Welt, die mir im Alltag nicht mehr zugänglich war. Ich begegne mir selbst. Es wird geweint. Es wird gelacht, es ist heiß, fast halte ich es nicht mehr aus. Doch ich spüre wie ich von der Erde getragen bin, wie diese uralte Zeremonie mir Kraft gibt. Der Dampf des aufgegossenen Wassers verbindet sich mit meinem Schweiß und fließt in die Erde. Die Spirits sind in der Hütte zum Greifen nahe. So nahe wie ich ihnen sonst nicht sein kann.
Die Türe öffnet sich, es werden neue glühend heiße Steine herein gebracht. 4 Runden lang sitzen und liegen wir im Schoß von Mutter Erde. Zum letzten Mal öffnet sich die Tür, der Dampf bahnt sich als erstes den Weg nach draußen. Dann folgen auch wir. In tiefer Demut vor dem Leben berührt meine Stirn noch einmal den Boden an der Schwelle zur …. Welt. Es ist wie eine Geburt. Ich komme neu geboren aus dem Mutterleib, bin gereinigt, fühle mich heilig, verbunden mit allem um mich herum. Ich erkenne die Verbindung zwischen allem und erfahre mich als ein Teil davon. Jetzt in diesem Moment verstehe ich die Worte
Ho Mituakuye Oyassin – mit allen meinen Verwandten.
Termine:
Wir beginnen jeweils um 11 Uhr
Ende: ca. 12.00 Uhr am folgenden Tag
20./21. April´25
13.-15. Juni´25
(evtl wird diese Schwitzhütte 28./29. Juni stattfinden)
1./2. August - Mondtanz Unterstützerhütte
Kosten:
für das Ritual so 80 € wie möglich
zzgl. Übernachtung im eigenen Zelt / Auto / Camper 12 €
Bett im Mehrbettzimmer oder Bauwagen 25 €
Einzelzimmer 35 € (wenn verfügbar)
zzgl. Beitrag für ein gemeinsames Buffett nach der Schwitzhütte & zum Frühstück
für Menschen, die beflügeln mögen:
Wenn Du zum Kreis der regelmäßigen Unterstützer gehörst, könntest Du deine Unterstützung auch als eine Art Schwitzhüttenabo betrachten. Dann verrechnen wir Deine regelmäßige Unterstützung mit dem Seminarbetrag.
der Ort:
Limes Café
Leuterstal 1
74249 Jagsthausen
Gerne lass ich mich einladen und gebe für Deine Gruppe bei Dir zu Hause eine Schwitzhütte.
Wie heiß wird es in einer Schwitzhütte?
Das reicht von angenehm warm bis hin zu kaum aushaltbar heiß, also heißer als in einer Sauna. Ich habe schon manchmal erlebt das es den einen nicht warm genug war und der Nebensitzer es viel zu heiß empfand. Es hängt auch mit den persönlichen Themen zusammen die gerade innerlich bearbeitet und transformiert werden.
Kann man das denn aushalten?
Ja! Es kommt sehr selten vor, dass jemand die Hütte vorzeitig verlassen möchte. Man kann sich auf den Boden legen und die Energie der Hitze direkt in die Erde geben.
Gehen Frauen und Männer gemeinsam in die Schwitzhütte?
In dieser Tradition üblicherweise ja. Es gibt aber auch reine Frauen- und reine Männerhütten. Hin und wieder gebe ich Schwitzhütten auch nur für Frauen.
Geht man nackt oder bekleidet in die Schwitzhütte?
Aus Respekt vor der Tradition der Lakota gehen wir bekleidet in die Schwitzhütte. Das können Shorts oder ein Tuch um die Hüfte geschlungen bei den Männern sein, ein Kleid oder ein Tuch bei den Frauen. In der Dunkelheit der Hütte steht es dir frei ob du die Textilien ablegst und du kannst so sein wie du dich wohl fühlst.
Wann sollte ich nicht in eine Schwitzhütte gehen?
Voraussetzung ist eine „normale” psychische und physische Gesundheit. Wer schon in einer Sauna Probleme hat, sollte es sich überlegen. Insbesondere Menschen mit z.B. Herz-/Kreislauf-/ oder Stoffwechselstörungen sollten vorher ihren Hausarzt fragen. Menschen mit psychischen Einschränkungen wie z.B. Achluophobie (Angst vor Dunkelheit), Arsonphobie (Angst vor Feuer) oder Klaustrophobie (Angst vor engen Räumen) o.a. sollten sich vorher mit dem/der Wassergießer/ in austauschen.
Wieviele Menschen passen in eine Schwitzhütte?
Je nach Größe der Hütte. Meine Schwitzhütte hat aktuell 16 Stäbe. Gemütlich ist es darin mit 10-12 Menschen, Plätze gibt es für 16 Menschen und sollte mal noch 2 oder 3 mehr kommen dann haben auch die noch Platz drin.
Woran erkenne ich einen seriösen Wassergießer oder Wassergiesserin?
Frag ihn (oder sie), in welcher konkreten Tradition er Schwitzhütten anbietet und wer sein Lehrer war bzw. wer ihn dazu autorisiert hat. Wenn klare Antworten kommen, ist alles klar…
Gibt es Pausen zwischen den einzelnen Runden?
Ja, nach jeder der 4 Runde wird die Tür geöffnet, frische Luft kommt herein manchmal wird Trinkwasser gereicht. Die Pausen sind kurz, meist bleibt man in den Pausen in der Hütte.
Bekommt man auch genug Luft in einer Schwitzhütte?
Na klar. Eine Schwitzhütte ist kein luftdicht abgeschlossener Raum. Und in den Pausen zwischen den Runden wird ja auch gelüftet.
Ist das nicht sehr anstrengend?
Sagen wir es mal so: Nach einer Schwitzhütte kann man wunderbar schlafen.
Gedicht einer Teilnehmern:
Steine glühen
im Bauch von Mama Erde
so heiß
völlige Dunkelheit
weitet den Blick auf
das Wesentliche
das bleibt
wenn alles Sichtbare
weg fällt
die Essenz
mein ureigenes tiefstes Sein
in Gemeinschaft dies entdecken
singend betend feiern
mich zeigen
an Grenzen gehen
und sie achten
Danke Sonja
Danke Feuerhüter
Danke Leben
Ho Mitakuye Oyassin
Leuterstal, 23.9.23
Christine S.
so schön ! Danke Christine!!
In der Schwitzhütte und beim Trommelbau hab ich erdige, spirituelle Erfahrungen machen dürfen.
Beides Mal hab ich Wunder erlebt.
Sonja erlebe ich als sehr verbunden, was mir ein Gefühl von Sicherheit und Freiheit gibt.
Tränen können fließen und immer wurde viel gelacht.
Julia
Impressionen